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• WELTsein Meine Heimatstadt für die nächsten 10 1/2 Monate. Ein Sonntag inTroisvierges.


• MUSIKsein Zur Zeit auf Dauerrotation bei mir: Jupiter Jones mit einer Geschichte vom Trennen, vom Vermissen, vom Fehlen. „Nordpol/Südpol“ singen sie zusammen mit Jana Pallaske und gehen dabei ganz nah.

Die letzte Entdeckung klang so


About strangers • ALLTAGsein Jemand, dem ich nie begegnet bin, hat mir etwas beigebracht. Hat ein Stückchen Weisheit mit mir geteilt. Hat etwas mit dickem Filzstift an eine Wand geschrieben und mich in einer kapstädter Winternacht entdecken lassen. Dass Fremde einfach nur Freunde sind, die man noch nicht getroffen hat, las ich da und fand mein Gefühl in seinen Worten wieder.

Ich hielt Augen und Herz offen, schlug keinen noch so absurden Vorschlag aus, ging mit unbekannten Reisenden äthiopisch und mit Fingern essen, trank riesige Biere mit Niederländern. Ich tanzte durch Bars und lernte Türsteher und Musiker kennen. Es gab Schokokuchen für mich, mitten in der Nacht, ich schlief in fremden Betten ein und frühstückte mit der nettesten Familie der Stadt. Ich traf Studenten im Supermarkt, umarmte wunderbare Menschen, mochte Küsse auf die Wangen. Besonders, wenn sich der zweite sehr nach „Geh doch noch nicht“ anfühlte. Ich wollte nicht gehen. Diese Tage, diese Nächte mit Fremden, die nach und nach wichtig wurden – ich wollte nicht, dass sie enden.

Fremde könnten Freunde werden. Seit ich das weiß, und zwar nicht nur im Kopf, sondern auch im Bauch, will ich noch mehr reisen, noch mehr sehen, noch mehr Menschen treffen. Seit ich das weiß, freue ich mich über all die fremden Menschen hier in meiner Heimat auf Zeit – und vermisse die, die ich lieb gewonnen habe. Seit ich das weiß, weiß ich auch, es wird von jetzt an wohl immer so sein.

Ich hielt „Für immer die Menschen“ für einen großartigen Satz zum Anstoßen.


• OHNEWORTEsein

Greenpoint


• ALLTAGsein

„Guillaume, kommst du zu meinem Abschiedsessen am Mittwoch?“
- „Was, musst du schon gehen? Musst du wirklich weg? Aber du bist doch schon Teil der Familie!“

5 Tage sind noch uebrig von den drei Wochen, die irgendwann mal so lang aussahen. Und ich habe noch nicht genug. Ich will mehr Meer, ich will noch einen Strandspaziergang, will noch eine Weile neben dir sein. Ich will nicht zum letzten Mal mit dir zusammen Gitarre gespielt haben. Ich will manchmal die Zeit anhalten. Ich will mit meinem Lieblingssuedafrikaner feiern und ich will auf mehr Konzerten tanzen. Ich will Karottenkuchen. Ich will ein paar Menschen wiedersehen, die sich schon verabschieden mussten. Ich will mich nicht verabschieden.
Ich will nach Hause kommen und alle noch einmal sehen, bevor ich zu meinem Freiwilligendienst nach Luxemburg aufbreche. Ich will, dass ihr wisst: Manchmal vermisse ich euch.
Ich will jede Sekunde geniessen. Noch 5 Tage lang.


• WELTsein

Was ich an Kapstadt liebe: Dass es niemals still ist. Dass einer der weltbesten Menschen hier lebt. Die Freunde des weltbesten Menschen. Dass man den Tafelberg sieht, wo auch immer man gerade ist. Das Meer und den Strand. Mein Hostel, in dem Bar und Rezeption ein und derselbe Ort sind. Die offenherzigen, verrueckten Backpacker. Das Sprachengewirr auf den Strassen. Der viele Wein. Die Live-Musik im Zula, dem Club gegenueber. Die Farben. Die Lachfaeltchen um die Augen eines Surfers herum.

Was ich vermisse: eine Heizung von Zeit zu Zeit.
Dennoch habe ich ein ganz warmes Herz.