Pressekuriositäten
• ALLTAGsein • Auf einer Fahrt im Regionalexpress habe ich eine wahre Kuriosität entdeckt – „Reich mir die Pfote“, das Magazin der Deutschen Ausbildungsstätte für Hundekrankengymnastik. Die Themenwahl reicht von Blutegeltherapie bis Depressionen beim Hund, das meistbenutzte Wort in dieser Zeitschrift ist vermutlich „Hundephysiotherapie“. Dem haarigen, sabbernden Freund soll es ja auch gut gehen. 

Geschmückt sind die Texte mit Bildern von traurigen Hunden und schmatzenden Blutegeln. Außerdem wird der Leser geradezu von Informationen erschlagen, erfährt, was der Tierschutzverein Herford so treibt, wo man den neuen Bärenkalender bestellen kann und wie eine Osteopathie bei Hunden aussieht.
Und mal ehrlich, der Kerl hier macht doch einen wahnsinnig glücklichen Eindruck, oder nicht?
Den Höhepunkt bildet dann die vorletzte Seite mit den Kleinanzeigen. Da kann man nicht nur ein „tier- und kinderfreundliches Ferienhaus“ mieten oder „bestens sozialisierte“ Mopswelpen zu sich nehmen, sondern auch Bauernhäuser in Ungarn kaufen.
Wenn das mal nicht ein wunderbares Exemplar der Pressekunst ist. Bei Interesse würde ich mich auch davon trennen und es mit einer Briefmarke darauf fortschicken. Aber nur an jemanden, der seinen Charlie/Rex/Bello liebt und nicht an jemanden, der sich nur über „Reich mir die Pfote“ lustig machen möchte!
Quelle: „Reich mir die Pfote“, Ausgabe 1/08, 1. DAHP Nord/Süd
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Tags: Deutschland, Dies und das, Entdeckungen, Kuriositäten, Medien


Name: Antje Lampe


Hey, lol interessante Zeitschrift. Vielleicht sollte ich für meine Katze sowas haben, sie scheint echte Probleme zu haben. ^^
Ein Metzger, wo ich manchmal einkaufen gehe hat mir mal erzählt, er habe eine ältere Kundin die jeweils für ihren Hund Huftsteak Tartar kauft und für sich selber Weisswurst und Leberkäse. Sie sage es mache sie glücklicher wenn er es gut habe. Es wäre also nicht weiter verwunderlich, wenn es viele Leute gibt die, wenn sie sich schlecht fühlen mit dem Hund zum Psychiater gehen.
Wer weis vielleicht hilfts. :X
Btw gut geschrieben und schön sarkastisch. ;)
lg Jan
Zum Hüftsteak Tartar und Tierliebe kann ich nur das Buch von Harald Martenstein (der, der die tollen ZEIT-Kolumnen schreibt) empfehlen. Da bekommt zwar die Katze das gute Zeug und die Frau wird schizophren, trotzdem wird gerade darin ein Bild des Nachkriegsdeutschlands gezeichnet, nah am Alltag und – zumindest gefühlt – fern von Klischees.
Achja, Heimweg heißt das gute Stück.
Der zweite Kommentar dient natürlich ausschließlich der Dramatik. :)
Hab doch tatsächlich zuerst „Brich mir die Pfote“ gelesen. Aber gibts ja vielleicht auch: das SM-Magazin für den Tier“freund“.
Klar, da wird dann bestimmt viel über Leinen, Halsbänder und sonstiges Zubehör diskutiert.