• FILMsein Das Schlechte zuerst: Ja, die Geschichte ist vorhersehbar. Ludo (Til Schweiger), sich selbst liebender Klatschpressereporter, trifft dank Sozialstunden auf Anna (Nora Tschirner), Kindergärtnerin in Katzen-Strickjacke. Die kennt er noch aus Grundschulzeiten – die er für sie zur Hölle gemacht hat. Sie finden sich zunächst abstoßend, kommen sich aber, als Ludos Neffe ein Dartpfeil im Kopf steckt, näher. Ja, der Kinogänger kennt das Ende schon lange, bevor er das Popcorn in der Hand hält. Stellenweise wirkt der Film wie Propaganda zum Kinderzeugen (die sind ja sooo niedlich), dieser Öko-Kindergarten, den man anscheinend nur betreten darf, wenn man in Erdtönen gekleidet ist, muss einfach aus einer anderen Welt stammen und Til Schweiger nuschelt sich auch diesmal vom Arschloch zum Gewinner der Herzen.
Warum „Keinohrhasen“ dennoch sehenswert ist, weiß man spätestens, wenn Nora Tschirner ihre Entschuldigung vom Zettel abliest. Oder wenn sie sich wie eine Wahnsinnige darum bemüht, Ludo nicht zu mögen. Wenn der Keinohrhase vorsichtig durch das Guckloch in der Tür schielt. Wenn Cheyenne Blue erklärt, dass Kinder von Schauspielern keine normalen Namen haben dürfen. Wenn Bloc Party, Angels & Airwaves und die Killers an den richtigen Stellen laufen. Wenn zum Schluss der ganze Kinosaal mit einem breiten Lächeln in den Sesseln sitzt und nicht viel mehr als „War das schön!“ herausbringt. „Keinohrhasen“ ist eine zweistündige Glücksdosis.
Aber bitte realistisch bleiben: Wer nicht aussieht wie Nora Tschirner, kann es sich definitiv nicht erlauben in einer Strickjacke mit Katzenmotiven auf dem Rücken über einen roten Teppich zu spazieren.

>> Mehr Infos gibt’s hier.

Keinohrhasen
Regie: Til Schweiger
Deutschland 2007



5 Responses to “Keinohrhasen – Zwei Stunden Seelestreicheln”  

  1. Ich habe den Film gestern auch endlich gesehen und muss sagen: Er ist wirklich süß! Besonders Schweigers Kinder („Cheyenne-Blue. Schauspielerkinder dürfen keine normalen Namen haben“), die ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten sind. Und Matthias Schweighöfer hat schon für die ersten zwei Minuten einen Filmpreis verdient. :)

  2. Na ja, dann aber eher Jürgen Vogel, oder?

  3. Der kann ja nichts dafür, dass er die coolere Rolle hatte.

  4. Ich denke schon.


  1. 1 Apologize von Timbaland feat. One Republic « Der Franzose

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