So wunderbar
Wir diskutierten. Über Berlin. Die Stadt, die ich vermisste und die er nicht ausstehen konnte. In so vielen Dingen waren wir uns einig – ich mochte die Musik, die er zum Einschlafen oder Aufwachen hörte, die Filme in seinem Regal, wir fanden dieselben Menschen interessant und so, wie es aussah, auch einander. Und jetzt diskutierten wir ausgerechnet über Berlin. “Ist unfreundlich und stinkt”, sagte er. Ich fand, er sollte ihr eine zweite Chance geben. Er wollte nicht. “Berlin hatte fünf Chancen. Da ist nichts mehr zu holen.”
Daran dachte ich, als ich am Morgen auf die U-Bahn wartete, dreckige Hauptstadtluft einatmete und glücklich darüber war, einen Frühlingstag zu erwischen. Berlin, du bist so wunderbar.
Ich erinnere mich an tausend Berlinmomente, an Nächte und Morgen und sogar Nachmittage. Ich sammelte Ideen an der Spree, ließ alte Gedanken am Hackeschen Markt hinter mir und fand mein Zuvertrauen nahe am Alexanderplatz wieder. Ich hielt eine Hand in der Nationalgalerie, verpasste beinahe einen Sonnenaufgang auf einem Dach in Kreuzberg, weinte am Ostbahnhof. Etwas zerbrach in einem Club ohne Namen, etwas begann unter der Siegessäule. Ich schlief in Hostels, auf Sofas und Luftmatratzen. Ich war schlaflos, dann und wann.
Wir teilten Vorfreude, Aufregung und all die großen und kleinen Hoffnungen. Sie ist nicht meine Heimatstadt. Und immer wieder möchte ich zurückkehren.
Was ich an Berlin liebe: An jeder Ecke warten unendlich viele Möglichkeiten. Wenn du an der richtigen Stelle ein Lächeln einfängst, fängt vielleicht eine neue Geschichte an.
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Schlagworte: Berlin, Frühling, Heimat, Unterwegs
Bloß Freunde
“Die Leute denken, wir sind betrunken.
Dabei sind wir bloß Freunde.”
Olli Schulz singt über die zwei Menschen, die mich übers Wochenende besuchen gekommen sind. Und für die ich keine Worte finde.
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Schlagworte: Freundschaft, gute Sachen, Musik, Olli Schulz, Songs
Sonntagskind
Wintersonne, die inzwischen doch einen anderen Namen haben sollte. Eine Stunde gehen und keine Häuser sehen. Bäume, die im Eiswind wie Autos klingen, wenn du dich umdrehst, ist niemals eines hinter dir.
In der Stadt Sonntagskinder treffen und wild und glücklich herumquietschen. Wir haken uns bei einander ein. Die Cafés zu voll und zu dunkel für einen Sonntag ohnehin. Ein Mädchen aus Aserbaidschan spricht von den Männern in Bielefeld und sagt, sie mag, dass die Deutschen so vorhersehbar sind. Meine Ukrainerin, meine Liebste, sieht mich an und protestiert.
Bei Pizza Gespräche über die EU, Visaprobleme und Liebe.
Am Bahnhof auf einen Heimkehrer warten. Dabei über Städtenamen lachen. Wasserbillig, Kleinbettingen, Drinklange. Gegenüber von uns, mit einem Hesse-Roman in der Hand, jemand, der heimlich mitlacht.
Sich fragen, wie die großen Geschichten beginnen. Und fürchten, dass man zu feige für den Anfang ist. Müde eine Seite im Buch überblättern.
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Schlagworte: Alltag, Leben, Luxemburg, Winter
The world needs crazier people
Kennengelernt im September, musste ich mich im November schon wieder von ihr verabschieden. Seitdem fehlt diesem Winter ein bisschen portugiesisches Temperament. Mit ihrer Post lag etwas Sonnenschein im Briefkasten. “The world needs crazier people”, sagt sie in einer spiralförmigen Anleitung zum Glücklichsein – und ein paar mehr wie sie.
“Kiss your brothers and sisters, kiss your neighbour (the hot one!).”
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Schlagworte: Freude, Freundschaft, Leben, Menschen
“I missed you for 29 years”
Das Lied, das diesen Donnerstag für mich ein bisschen schöner gemacht hat. Für alle, denen etwas fehlt, die etwas falsch gemacht haben, die sich von jemandem verabschieden müssen.
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Schlagworte: Kleinkram, Musik, Songs, The National

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Schlagworte: Dänemark, Fotos, Lakritze, Pippi Langstrumpf, Spunk
