• LEBENDIGsein

„There’s still a little bit of your song in my ear.“
(„Cannonball“, Damien Rice)

Wir sollten nicht mehr so im Sommer herum schwimmen. Oder in dem, was für einen von uns Sommer und für den anderen Winter war. Wir sollten endlich das im August lassen, was da auch hin gehört, den Kaffee auf dem Balkon, die Gitarre neben dem Bett, die Wellen am Strand. Die mit dem Rückflugticket im Koffer sollte ihren Reisepass einpacken, wenn sie wieder nach Hause zieht, ihr Herz auch – nur nicht die Erinnerung an Zimtgeruch und Meersalzgeschmack. An Wärmeworte und Sonnenblicke. Und der mit dem Surfbrett unterm Arm sollte aufräumen, ein Mal auf der Abschiedsmundharmonika spielen und sie dann in irgendeiner Schublade vergraben. Zwischen Socken oder so. Wir sollten den Moment vergessen, in dem wir uns in einer Freitagnacht trafen, zwischen all den Menschen, als nicht die Zeit stehen blieb, aber das auch gar nichts ausgemacht hat. Wir sollten die Lieder vergessen, die wir zusammen gespielt haben, und danach den Rest der Geschichte. Alles. Alles sollte weg.

Wir sollten uns ganz bestimmt nicht immer wieder mit Nachrichten füttern. Davon werden wir nicht satt. Die Sätze schmecken traurig und riechen trostlos, und in der Sekunde, in der ich die Augen schließen muss, sehe ich das ganze Duundich vor mir. Immer noch.
Es sollte kein Immernoch geben. Kein Durchatmenmüssen. Wir sollten uns richtig trennen, nicht nur räumlich, sondern auch herzlich. Wir sollten, wir sollten, wir sollten.
(Wir sollten uns nicht Damien Rice anhören, weil der auch nicht so gut mit dem Vergessen ist.)


• OHNEWORTEsein

Was da so mit der Post eingetrudelt kam. Was uns so verzückt den Dezember begrüßen ließ.


• ALLTAGsein
Was wir brauchen:
Ideen. Platz zum Tanzen. Eine Nacht draußen. Neue Musik. Postkarten. Alte Musik. Eine Badewanne zum Rundherumwärmen. Tropfen gegen das Vermissen. Schlaf. Eine Umarmung. Ein Wiedersehen.

Was ich brauche:
Dass wir losgehen und aus Plänen Wirklichkeit zaubern.
Dass du zu meinem „wir“ gehörst.


November

15Nov09

• OHNEWORTEsein

November


• ALLTAGsein
„Dann lade ich dich zu meinem 50. Geburtstag ein“, sagte er, als wir uns das letzte Mal sahen. Er lachte über seinen eigenen Galgenhumor und malte sich eine Begegnung in 27 Jahren aus.
„Dann wirst du mit deinem Mann herfliegen und ich küsse dich heimlich hinterm Haus.“


• OHNEWORTEsein

Lichtspiel

„My heart is dreaming,
but Paris is screaming,
Paris is screaming all night long.“

(„Paris is burning“, Ladyhawke)