Fußballfragen

13Mai08

• SPORTLICHsein Energie Cottbus darf weiter in der 1. Bundesliga spielen und ist deshalb momentan wieder der Stolz der Region. Außerdem gibt’s Lobhudeleien von Angela Merkel, die nicht nur Bundeskanzlerin ist, sondern auch Ehrenmitglied des Vereins. Es sei ein großer Erfolg für die Lausitz, für Brandenburg, für alle neuen Bundesländer, betont sie.

Fußball gibt mir Rätsel auf, die über das ewige Abseitsthema hinausgehen. Haben es die neuen Bundesländer denn nötig sich mit dem Klassenerhalt eines cottbuser Fußballclubs zu identifizieren? Warum sollten sie das überhaupt machen? Kommt die Auflösung dafür in der nächsten Saison, Frau Merkel?

Nasenbluten

11Mai08

• LEBENDIGsein

Did we go too far?
Is that why your nose is bleeding?
Last night I dreamt
We kissed on a bench in the evening.

(Maximo Park, “Nosebleed”)

Es ist noch nicht mal sieben Uhr und ich habe ein spontanes Date mit der Ironie. Inklusive einer hastig aufgerissenen Packung Taschentücher. Gerade noch bin ich in einer weichen, warmen Traumwelt herumspaziert und er war da und wir hätten beinahe den verpassten Moment nachgeholt (wer in Kussmomenten nicht küsst, ist ein Idiot - so wie wir beide) und dann dieses kühle Gefühl, dieser Geschmack nach Eisen und der “Verdammt, du musst jetzt wirklich aufstehen”-Gedanke.
Während ich mir Zellstoff gegen die Nase halte, fällt mir der Text eines Liedes ein, der bisher keinen Sinn für mich ergeben hat. Statt “Is that why your nose is bleeding” hatte ich immer “your heart is bleeding” im Kopf. Vielleicht sind wir mit den verpassten, mit den ungenutzten Momenten schon zu weit gegangen. Nur der Schritt zurück, der ist nicht möglich.
Ich habe befürchtet, dein liebes Herz würde bluten. Stattdessen ist es meine Nase.

Herzexperimente

09Mai08

• LEBENDIGsein

You don’t have to be a scientist to do experiments with your own heart.
(Jeffrey Lewis)

Bis zu diesem Moment, in dem du mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht streichst und mit gefährlich-sanfter Stimme sprichst, habe ich immer gedacht, es wäre ein Satz für Idioten. Ein Satz für Arschlöcher, die sich selbst umwerfend finden und nicht auf andere Menschen achten. Und jetzt, als ich neben dir liege und deine Hand in meiner fühle, habe ich diesen Satz im Kopf. “Verlieb dich nicht in mich.”
Ein unglaublich bescheuerter Satz. Als ob man seine Gefühle lenken könnte. Eine Warnung, von der niemand etwas hat.
Außerdem ein Satz mit Zerstörungskraft. Ich will hier gerade doch gar nicht weg. Warum also die verdammten Worte sagen?
Weil es fair wäre. Ich will dich nicht verletzen. Nicht jetzt und nicht später. Will noch eine Weile bleiben. Bei dir sein.

Ich bin ein Gefühlschaot.

Wenn ich von dir rede und sie fragen, wer du bist, kann ich nicht antworten. “Ein Freund.” Aber das stimmt nicht. Du hättest ein Freund werden sollen und dann haben wir die Freundschaftsgrenze überschritten und etwas Undefinierbares daraus gemacht.
Du bist weniger als ein Freund. Du bist mehr als das.

Ich fürchte, du bist mein Herzexperiment. Ich freu mich auf dich, ich denke an dich, ich geh auf dich zu, ich halte dich schön auf Abstand.

Ich bin ein Gefühlsidiot.

Ich fühle deine Haut an meiner, spüre deine Wärme. Ich weiß, dass du lächelst, auch ohne dich anzusehen. Ich glaube, ich lächle auch.
“Das bleibt aber nicht so”, will ich sagen und schweige weiter. “Frag jetzt bitte nichts”, denke ich und erkläre dir gar nichts. “Verlieb dich nicht in mich”, denke ich. Und meine vielleicht nur “Hoffentlich verlieb ich mich nicht in dich.”

• GEFRAGTsein Nachgeschoben zum Aprilmonatsthema “Lüge” hier eine kleine Umfrage. “Wen hast du angelogen?”, wollte ich wissen. Und wer solche Geständnisse abliefert, darf natürlich nicht erkannt werden. Deshalb nennen die ehrlichen Teilnehmer weder ihren richtigen Namen, noch zeigen sie ihr wahres Gesicht. Oder so ähnlich. Jedenfalls sind alle überraschend einsichtig und beweisen: Aus missglückten Lügen kann man lernen. Und das mit den langen Nasen stimmt nicht.

“Schwimmermädchen”: Ich kann nicht gut lügen. Meistens sind es kleine Alltagslügen, z.B. “Es geht mir gut”, wenn es gar nicht stimmt. Manchmal lüge ich meine Eltern an, wenn ich zu spät nach Hause komme.

“One man and his dog”: Am häufigsten meinen Gitarrenlehrer, wenn ich meine Übungen mal wieder nicht gemacht habe. Im Nachhinein ärgere ich mich aber darüber, weil mir die Hausaufgaben etwas gebracht hätten.

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• MUSIKsein Meine geliebte Monatsentdeckung im April ist eine Aufforderung, die es wert ist hinaus geschrien zu werden:

“Verschwende dich nicht” von Madsen.